Knox

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Knox
Knox 2010 - Alles Gute zum 55.!

Professor Knox ist der genialste Kopf von Fuxholzen. Der etwas versponnene Privatgelehrte ist universell forschender Wissenschaftler, Archäologe, Ingenieur und nicht zuletzt der erfolgreichste Erfinder aller Zeiten, was ihm einen gewissen Wohlstand eingebracht hat. Unermüdlich entwickelt und bastelt er im Labor seiner modernen Villa die verrücktesten Dinge, denen er nicht selten selbst zum Opfer fällt. Obwohl sein Kopf meist in höheren geistigen Sphären schwebt, ist Knox durchaus stilbewusst: So besitzt er auch ein windschnittiges Sportcoupé und achtet stets auf ein gepflegtes Äußeres. Selten sieht man ihn unbefrackt aus dem Haus gehen, es sei denn, er hat einen seiner zerstreuten Tage, an denen er sogar seine Hosen vergisst. Ohne seinen Zwicker, den Knox auf seinem enorm großen Schnabel trägt, ist der stark kurzsichtige komische Vogel ziemlich aufgeschmissen.

Debüt

Sein Debüt gab Knox, der mit dem Raben Knickebein einen Vorläufer gehabt hatte, 1955 in Fix und Foxi 32. Er kam zunächst als leicht vertrottelter, eitler und neunmalkluger Geck daher, der stets mit Schirm und Frack durch die Gegend lief und mit Hops und Stops aneinander geriet. Bevor er zu seiner eigentlichen Berufung fand, hielt sich Knox mit einer Vielzahl von Jobs über Wasser. So probierte er sich - meist vergeblich - als Fotograf, Fernsehelektriker, Astronom, sogar als Pianist und Sportlehrer. Der Professor Knox, wie wir ihn heute kennen, bahnte sich erst ab Fix und Foxi 169 (1959) an, und es sollte noch bis Mitte der 60er Jahre dauern, bis er auch als Solo-Star wirklich zu reüssieren vermochte.

Maßgeblich geprägt wurde das Knox-Universum von Florian Julino, der 1964 das Umfeld der Figur fixierte. Er designte des Professors schon vormals moderne Behausung in eine futuristische Atelier-Villa um und machte als Fortbewegungsmittel den schnittigen roten Flitzer zur Norm. Beide Neuerungen wurden von Heinz Körner in FF 463 erstmals im Comic umgesetzt. Von 1965 bis 1967 nahm sich Giovan Battista Carpi der Figur an, ließ sie unabhängiger von Hops und Stops agieren und führte in FF 506 den ungeliebten Gegenspieler mit dem Zylinder und den wechselnden Namen (Fiesefummel, Sartorius, Mieslich, etc.) ein. Die Tarnkappe tauchte erstmals in einem von Walter Neugebauer gezeichneten Einseiter in FF 477 auf.

Der wichtigste Knox-Zeichner der späten 60er und frühen 70er Jahre war zweifellos Ludwig Fischer, der den Erfinder oft und gern im Team mit Lupo auftreten ließ. Mehr als bei jedem anderen Zeichner/Autor kamen bei Fischer auch die dunklen, rücksichtslosen Züge des Professors zum Vorschein. Im weiteren Verlauf der Dekade zeichneten vor allem Massimo Fecchi und Vlado Magdic einige unvergessliche Knox-Episoden - bei Fecchi debütierte auch der jüngst wieder aufgegriffene Roboter Robbi ("Lieber Liebe als Hiebe!!" in FF 37/1977).

Der neben dem Italiener wichtigste Zeichner des Professors in den 80er Jahren war Josep Martí, dessen Amerikareise-Zyklus des Jahres 1978 den Startschuss für die Knox'schen Abenteuer-Expeditionen mit Fix und Foxi gegeben hatte. Abenteuergeschichten mit dem Professor hatte es zwischendurch zwar immer schon gegeben, aber erst ab den actionbetonten 80ern wurde - oft in Form von Mehrteilern - verstärkt Gebrauch von ihnen gemacht. Weitere erwähnenswerte Zeichner des Professors waren Luciano Gatto, Giulio Chierchini und Jaime Mainou. Die FF-Geschichten des Teams Julian Jordan/Haimo Kinzler aus der Tigerpress-Ära basierten fast immer auf Knox-Erfindungen.

Anders als seine frühen Wegbegleiter Hops und Stops gehört Knox seit Anfang der 60er Jahre zum inneren Kern der FF-Familie, obwohl er eigentlich nicht mit ihr in irgendeiner Weise verwandtschaftlich verbunden ist. Unzählige gemeinsam erlebte Abenteuer schweißen Knox allerdings fest mit Eusebia, Fax, Lupo, Lupinchen, Fix und Foxi zusammen. Abenteuer, die sehr häufig auf eine seiner neusten Erfindungen oder Forschungsreisen zurückgehen.




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interesting trivia:


  • Laut der Geschichte "Ja, so ein Tag..." aus FF Weihnachten 1974 hat Knox am 13. Dezember Geburtstag.
  • In FF 45/1990 ("Die Hackerbande") ist bezüglich des verwandtschaftlichen Verhältnisses zur FF-Familie von einer Knox'schen Nebenlinie die Rede.
  • In der Geschichte "Der Fußfahrer" (FF Extra 85) erfährt man, dass Knox sein sportliches Gefährt für weiblich hält und "Turbosusi" nennt. Angesichts der Geschichte "Ein Wahnsinnswagen spielt verrückt" (FF Extra 45) hätte er "sie" aber auch gut "Christine" (nach dem unheimlichen 58er Plymouth Fury aus dem gleichnamigen Stephen King-Roman) nennen können.



Einige der abenteuerlichsten Erfindungen des Professors:

  • Tarnkappe: Eine unsichtbare Baskenmütze, die ihren Träger ebenfalls unsichtbar macht - nicht leicht wiederzufinden! Varianten davon tauchten in FF 29/1981 ("Unsichtbarmacher") und FF 52/1988 ("Verschwindibus-Helm") auf.
  • Knoxochronometer: Eine Uhr, mit der man die Zeit anhalten kann, wenn man die Zeiger auf die 13 dreht. (gesehen in: ?)
  • Navigationssystem: In "O Sole Mio" aus FF 15/1981 baute Knox einen "Straßensuchcomputer" in eine Straßenbahn ein. Seine Anweisung an den Straßenbahnfahrer Lupo lautete: "Du brauchst nur den Namen der Straße einzutippen, und die Bahn sucht sich den Weg allein". Was damals noch Zukunftsmusik war, ist für die heutigen Autofahrer mittlerweile selbstverständlich geworden.
  • Aquamobil: Fahrende Badewanne, mit der man pünktlich zu Vorträgen u.ä. kommt (FF 49/1985).
  • Auch andere Mitglieder der FF-Familie betätigten sich gelegentlich als Erfinder. Erwähnenswert aufgrund ihrer Perversität sind eine Kinderprügelmaschine von Lupo (FF 50), die dann gerechterweise zur Lupo-Prügelmaschine mutiert, sowie ein Geistesblitz von Fix und Foxi (FF 21/1974): eine Maschine, die zu nichts nütze ist - außer auf Knox loszugehen - sich aber endlos selbst vervielfältigen kann!


Literatur:

  • COMIXENE - das Comicfachmagazin Nr 31, 7.Jahrgang (Ausgabe Juli/August 1980). Darin: Chronologie der Kauka-Comics 1953-1980 von Hartmut Becker und Andreas C. Knigge, S. 6-15.