Nikol Dimitriadis

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Nikol Dimitriadis (*28.2.1909 in Chanea/Kreta; † 26.11.1977 in München), auch unter dem Kürzel Dimi bekannt, war ein Comiczeichner mit griechischen und deutschen Vorfahren.

Zeichnerisch ein Naturtalent und Autodidakt, arbeitete Dimitriadis ursprünglich als Illustrator und Designer in Griechenland. Nach seiner Militärzeit in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs kehrte er dorthin zurück und arbeitete als Zeichner für diverse griechische Zeitschriften. Mitte der 1950er Jahre übersiedelte er mit seiner Familie nach Deutschland, wo er sich in der damaligen DDR zunächst bei einer Werbeagentur verdingte.

1957 wurde er von Hannes Hegen, dem Chef(zeichner) des zwei Jahre zuvor gestarteten Comicmagazins Mosaik, nach Ost-Berlin geholt: Um weiterhin die monatliche Erscheinungsweise des Heftes gewährleisten zu können, sollte es fortan von einem Team von Künstlern gestaltet werden. Dimitriadis erwies sich als einer der vielseitigsten Mitarbeiter des Mosaik und war einer der bedeutendsten Zeichner der "Römer"- und der "Neos"-Serie.

Im Jahre 1960 floh er mit seiner Familie nach Westdeutschland, wo er schnell Arbeit bei Kauka fand, die er sich möglicherweise schon vor der Ausreise organisiert hatte. 1960/61 zeichnete er so einige Comics mit Fix und Foxi sowie diverse Titelbilder in einem auffälligen, da Kauka-untypischen Mosaik-Stil. Seine Tätigkeit für Kauka beendete er aus Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen: Von seinem Auffanglager aus konnte er das Atelier schlecht erreichen, zudem heißt es, dass er sich nicht mit der damaligen FF-Redakteurin Pirjo Miettinen verstand.

Nichtsdestotrotz ließ sich Dimitriadis als freischaffender Illustrator mit seiner Familie in München nieder. 1964 war er mit dem Piraten-Mehrteiler Rob Collins' Abenteuer zeichnerisch am Kauka-Konkurrenzprodukt Max + Molly beteiligt. Später zeichnete er als Freelancer unter anderem Kater Felix für das gleichnamige Heft von Bastei. Abseits der Comics ließ er seiner künstlerischen Ader auch beim Malen surrealer Bilder oder als Statist in Theater und TV freien Lauf. Er starb 1977 an Prostatakrebs.

Literatur

  • Gerd Lettkemann, Der Zeichner Nikol Dimitriadis, in: Digefax 14, Wittenberg 1997
  • Alexander von Knorre, Ein Wanderer zwischen den Welten, in: Digefax 30, Wittenberg 2002


Weblinks